Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, daß es schon so lange Zeit mit ihm währte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? (SLT 1951)
Die Erklärung beruht auf Versen des Johannesevangeliums, die mit Joh. 5,6 textlich-strukturell und inhaltlich zusammenhängen.
Dass Jesus die vielzählige hungrige Menge erblickte und danach fragte, wie man deren Not beseitigen kann, entspricht seiner Wahrnehmung des „schwachen“ Menschen, der viel Zeit am Teich Bethesda verbrachte.
Der Herr fragte den Kranken, ob dieser gesund werden will, d. h. seinem Übel abgeholfen werden soll.
Diese Fragen Jesu entsprechen Seinem Angebot, der Samariterin das Geschenk Gottes zu geben, d. h. ihr die lebenden Wasser des Geistes in Gnade zu reichen.
Im Herrn werden die Schwachen, Kranken und andere Menschen, die scheinbar von Gott Verlassenen wurden, als solche gesehen, die stark und erfolgreich sind, denn der Vater ist mit Jesus und dadurch auch mit ihnen. Er führt diese Siegenden zum himmlischen Lebensziel.
Wir sind entweder in Christus und an seinen himmlischen Wassern oder in Bel (= Diabolos), d. h. „Tote“ an den toten Wassern des irdischen Babylon-Jerusalem.
Falls das Letztere der Fall sein sollte, bietet uns Jesus an, „gesund“ zu werden, denn er kann unserem Übel bleibend abhelfen.
Im Kapitel "Das Herz des Johannesevangeliums" wird auf den Vorwurf des Antisemitismus und Antijudaismus eingegangen.